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Die Qual der Wahl - was man beim Kauf eines Maulkorbes beachten sollte

 

Im letzten Blog habe ich über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Maulkorbes berichtet. Doch bevor Sie für Ihren Hund nun einen Maulkorb besorgen, gibt es einige Kriterien, die beachtet werden sollten.

 

 

Schauen wir uns hierfür die verschieden Maulkorbvarianten an:

 

Im Großen werden zwei Gruppen unterschieden. Die sogenannte „Maulschlaufe“ und der herkömmliche „Maulkorb“, auch „Beißkorb“ genannt.

 

 

Die Maulschlaufe ist meist aus Nylon hergestellt und umschließt den Fang des Hundes entweder mit einem Schnauzenriemen, der einige Zentimeter breit ist, oder komplett vom Nasenansatz bis zur Nasenspitze. Maulschlaufen sind meist sehr einfach anzulegen, mit Klickverschluß o.ä.. Auch optisch wirken die Maulschlaufen nicht so „gefährlich“ wie ein Maulkorb, was leider einer der häufigsten Gründe für den Kauf dieser Variante ist.

 

Doch gilt hier zu bedenken, dass die Maulschlaufe den Fang des Hundes komplett schließt. Somit hat der Hund zwar noch die Möglichkeit zu schnüffeln, aber keine Möglichkeit mehr, zu hecheln, was für ihn unbedingt notwendig ist.

 

 

Hecheln zeigen nicht nur Hunde, die gerade den Temperaturausgleich für Ihren Körper erreichen wollen, sondern beispielsweise auch gestresste oder kranke Hunde. Diese Funktion des Hechelns wird aber durch das Tragen einer Maulschlaufe verhindert, was bei warmen Temperaturen zur Überhitzung des Körpers führen kann und damit auch lebensbedrohlich werden kann.

 

Daher bin ich der Meinung, dass eine Maulschlaufe nur sehr kurzzeitig und in Notfällen (siehe Erste Hilfe) getragen werden sollte.

 

 

Kommen wir zum herkömmlichen Maulkorb. Hier gibt es Unterschiede in der Materialverwendung. Es gibt sie aus Leder, Metall oder aus Kunststoff zu kaufen. Beim Maulkorb wird eine Art Netz bzw. Gitter über den Fang des Hundes gesetzt und im Nackenbereich meist durch einen verstellbaren Verschluss mit Schnalle geschlossen.

 

 

Der Vorteil der Kunststoff- und Gittermaulkörbe ist der, dass hier oft noch Platz für eine Leckerli-Gabe ist, was im Training von großem Vorteil ist. Positiv ist auch, dass hier der Fang des Hundes nicht geschlossen gehalten wird, sondern die Tiere die Möglichkeit haben zu hecheln. Ledermaulkörbe sind oft so gestaltet, dass sie aufgrund der Weichheit des Leders leicht verformen und auf der Schnauze aufliegen, was zu Druckstellen führen kann. Auch kann bei dieser Variante eine korrekte Passung im Hinblick auf das Hecheln nicht immer gewährleistet werden.

 

Ob nun ein Kunststoff- oder ein Metallmaulkorb ausgewählt wird, hängt teilweise auch vom Gebrauch des Maulkorbes und dem jeweiligen Hund ab. Metallmaulkörbe gelten als stabiler, Kunststoffmaulkörbe als angenehmer zu tragen, da diese sehr leicht sind.

 

 

Das Wichtigste beim Kauf eines Maulkorbes ist die richtige Passung. Hier muss genau gemessen bzw. genau angepasst werden. Zu beachten sind Länge und Höhe der Schnauze und Maße bis zum Hinterkopf/Nacken. Der Maulkorb sollte auch nicht zu dicht unterhalb der Augen aufsetzen, sonst könnten nach längerem Tragen Reizungen der Augen auftreten und das Tragen an sich wird für den Hund so sicherlich niemals angenehm sein.

 

Ich empfehle Ihnen, sich beim Maulkorbkauf professionell beraten zu lassen. So können Unsicherheiten Ihrerseits gelöst werden und ein optimaler Sitz des Maulkorbes gewährleistet werden.

 

Denn nur mit einem gut sitzenden Maulkorb kann ein effektives Maulkorbtraining beginnen.

 

 

 

Im nächsten Blog werde ich näher auf die Bedeutung des Medicaltrainings eingehen, das für jeden Hund, auch bereits ab Welpenalter, wichtig ist.

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