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Giftköder - Wenn die tägliche Gassirunde zur Gefahrenzone wird

 

Spaziergänge mit unseren Vierbeinern sind etwas Schönes, auf das wir uns freuen. Sei es, nach einem anstrengenden Arbeitstag oder einfach, um einen kleinen Ausflug aus dem Alltagsstress zu machen. Wir lassen uns von der Fröhlichkeit und Unbefangenheit unserer Hunde anstecken und genießen gemeinsam mit ihnen die Natur und den Moment.

 

Doch was, wenn der tägliche Spaziergang plötzlich zum Horrortrip wird?

 

Immer häufiger tauchen in den Medien Berichte von Hundehaltern auf, deren geliebtes Haustier qualvoll an den Folgen einer Giftköderaufnahme sterben musste. „Wie furchtbar“ - denken sich bestimmt viele Hundehalter, aber die meisten unterschätzen die tägliche Gefahr dennoch.

 

Typische Giftködervarianten sind:

 

- Fleischstückchen mit Rattengift 

- Schneckenkorn

- Fleisch oder Wurst mit scharfen Gegenständen (Rasierklingen, Scherben oder Nägeln)

- Brot oder Brötchen präpariert mit Gift oder spitzen Gegenständen

 

Die üblichen Verstecke von Giftködern sind:

  

- in Büschen oder Gestrüpp 

- in Parks, auf Hundewiesen, großen Wiesen oder im Wald

- am Wegrand von Geh- oder Radwegen mit angrenzenden Rasen-/Waldflächen

 

Mittlerweile gibt es viele Apps und Internetseiten, die ständig aktualisierte Giftköderwarnungen verbreiten. Hier kann sich jeder Hundehalter genau informieren, ob in seinem „Gassigebiet“ vor kurzem Giftköder gefunden wurden.

 

Leider ist aber auch hier keine 100%ige Sicherheit gegeben, ob im nächsten Gebüsch nicht doch ein präpariertes Fleischstück auf sein vierbeiniges Opfer wartet.

 

Wie können wir unsere Hunde vor solch einem grausamen Schicksal schützen?

 

In einem Gebiet, in dem viele Giftködermeldungen vorliegen und die Gefahr sehr groß ist, empfiehlt sich zum Schutz das Tragen eines Maulkorbes (nur mit einem vorher gut aufgebauten Maulkorbtraining).

 

Des weiteren haben Hundehalter folgende Möglichkeiten:

 

- Immer ausreichend Leckerlis mitnehmen, damit der Hund selbst weniger auf „Futtersuche“ gehen muss

 

- Leckerlis oder interessante Spielzeuge als „Tauschmittel“ einsetzen, sollte der Hund bereits etwas im Maul haben

(funktioniert allerdings leider oft nicht mehr)

  

- Bei Spaziergängen immer aufmerksam sein (Was macht mein Hund gerade? Hat er eine Spur aufgenommen? Befindet sich mein Hund in Sichtweite?)

 

- Immer wieder kurze Beschäftigungssequenzen für den Hund einbauen (Dummy holen, Grundkommandos, Tricktraining, gemeinsame Übungen)

 

In jedem Fall empfiehlt sich zur Vorbeugung ein Anti-Giftködertraining, am besten mit professioneller Unterstützung (Verhaltenstraining oder Hundeschule). Hier lernen Hunde, nicht jedes Futter vom Boden aufzunehmen, sondern entweder das „Gefundene“ anzuzeigen oder aber zumindest „Rücksprache“ durch Blickkontakt mit dem Besitzer zu halten. So haben Hundehalter die Möglichkeit, rechtzeitig einzugreifen und können im Falle eines Giftköderfundes durch eine Meldung bei der Polizei sogar andere Hundeleben retten.

 

Doch was ist zu tun, wenn es zu spät ist und der Verdacht auf das

 

Verschlucken eines Giftköders bereits besteht?

 

Symptome, die auf eine Vergiftung hinweisen können:

 

- Erbrechen, Durchfall (manchmal auch blutiges Erbrechen)

- sehr helle Schleimhäute im Maulbereich

- Atembeschwerden, Atemstillstand

- starkes Speicheln, übermäßiges Hecheln, torkelnder Gang, Krämpfe

- Bewusstlosigkeit, Apathie

- Herzstillstand, Lähmungserscheinungen

 

Hier gibt es nur eine Maßnahme: Sofort zum Tierarzt!

 

Vergiftungen durch Giftköder sind meist massiv und oftmals besteht Lebensgefahr für das Tier. Hier zählt wirklich jede Sekunde.

 

Am besten ist es, den Tierarzt bereits vorher telefonisch darüber zu informieren, dass ein Verdacht auf Giftköder besteht. So kann in der Praxis alles vorbereitet werden.

 

Wenn möglich, unbedingt eine Probe des aufgenommenen Köders in die Praxis mitnehmen, gegebenenfalls sogar eine Probe des Erbrochenen ihres Tieres. Das ist wichtig, damit der Tierarzt dann schneller die giftige Substanz bestimmen kann. 

 

Leider gibt es überall erschreckend viele Hundehasser. Daher können wir unsere Hunde nur durch ein gutes vorbeugendes Training und unsere Aufmerksamkeit als Halter vor so einem grausamen Tod bewahren.

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