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Mehr Spaß und Abwechslung beim Hundespaziergang

In meinem letzten Blog habe ich darauf aufmerksam gemacht, wie selten bewusste Hundespaziergänge geworden sind und wie wenig Aufmerksamkeit wir unseren Vierbeinern dabei eigentlich schenken. 

 

Doch wie könnte so ein Spaziergang mit unseren Fellnasen zukünftig aussehen?

 

6 Tipps, wie der Gassigang für beide Seiten, Hund und Halter, zum Erlebnis werden kann:

 

1. Gemeinsam die Welt kennenlernen

 

Kaum ist man aus dem Haus getreten, geht es bei Ihrem Hund bereits los. Er nimmt sofort seine gesamte Umgebung aufmerksam wahr. Hier läuft gerade ein Jogger vorbei, dort riecht er genau, dass vor wenigen Minuten der Nachbarshund entlang ging und die frechen Vögel zwitschern heute wieder besonders laut. Schauen Sie sich Ihren Hund bei Spaziergängen einmal genau an. Wo bleibt er stehen, was sieht er, was beschnüffelt er, welche Körpersprache zeigt er gerade? Sie werden überrascht sein, was es hier alles zu sehen und hören gibt. Das ist Ihre Möglichkeit, noch viel mehr über Ihren treuen Freund zu lernen.

Vielleicht verhält sich Ihr Vierbeiner, der sonst so selbstbewusst den Weg entlangschreitet, nach einem intensiven Schnüffelerlebnis plötzlich eher unsicher oder er findet die Beobachtung einer Amsel, die nicht weit weg auf dem Weg sitzt, faszinierend. Stellen oder hocken Sie sich einmal neben Ihn und schauen Sie sich gemeinsam die Umgebung an. Ergreifen Sie auch einmal die Initiative und zeigen Ihrem Hund, dass sie etwas Spannendes gefunden haben, beispielsweise eine Blume oder ähnliches.

Lernen Sie gemeinsam die Welt neu kennen und lassen Sie den Alltag hinter sich, wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum. So entsteht bei Ihrem Hund ganz nebenbei ein gutes Gemeinschaftsgefühl, das die Bindung zwischen ihnen weiter stärkt.

 

2. Nichts los? Kurze Spieleinheiten helfen gegen Langeweile

 

Sie gehen gerade allein einen Weg entlang und es ist niemand anderer in Sicht? Natürlich können Sie nun gelangweilt neben Ihrem Hund weitergehen oder aber Sie starten ein kurzes Apportierspiel. Ein kleines Hundespielzeug oder ein Futterdummy nimmt nicht viel Platz in der Tasche ein und ist zwischendurch immer ein sinnvolles und spaßiges Vergnügen für Ihren Vierbeiner. Ein Apportiertraining mit oder ohne Futterdummy sollte vorab zu Hause gut geübt werden, dann klappt es auch mit etwas Ablenkung in Wald und Wiese. Bei diesen kurzen Spieleinheiten während des Spaziergangs gilt „man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Also lieber kurze, dafür vielleicht häufigere Spielsequenzen einsetzen. So bleibt der Spaß für Ihren Hund erhalten.

 

3.   Die Umgebung nutzen

 

Ganz egal, wo Sie gerade spazieren gehen, schauen Sie sich einmal genau um. Gibt es vielleicht einen Pfosten in der Nähe, eine Parkbank oder sind Sie mit Ihrem Hund im Wald unterwegs? Sie können fast alles für ein kleines Bewegungstraining nutzen. Bei diesen Trainingseinheiten werden Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt.

 

Schlängeln Sie sich doch einmal gemeinsam mit Ihrem Hund um Pfosten, Laternenmasten oder Bäume. Dieser Slalom in verschiedenen Tempi wirkt sich auch noch positiv auf die Beweglichkeit der Wirbelsäule Ihres Vierbeiners aus. Oder lassen Sie Ihren Hund unter der nächsten Parkbank hindurchkriechen, über einzeln liegende Baumstämme balancieren oder um einen Wegpfosten herumlaufen. Entscheiden Sie selbst, ob Sie Ihren Hund bei diesen Übungen nur unterstützen oder sogar selbst mitmachen möchten. Dieser gemeinsame Bewegungsspaß tut nicht nur Ihnen gut, sondern ist für Ihren Vierbeiner ein gutes Training, um körperlich fit zu bleiben.

 

4.   Feste Schnüffelzeiten einplanen

 

Hundespaziergänge sehen oft so aus, dass wir zügig vorankommen wollen und unser Hund, außer zur Verrichtung seines „Geschäfts“, nicht viel Zeit zum Schnüffeln hat. Geben Sie ihm zwischendurch genau diese Zeit und lassen Sie ihn, auch wenn es länger dauert, einmal ausgiebig all diese interessanten Gerüche aufnehmen. Genau wie für uns die morgendliche Zeitung ist das Erschnüffeln der vielen Geruchshinterlassenschaften der Artgenossen ein wichtiges Ritual unserer Hunde.

 

Natürlich ist das nicht immer an jeder Ecke und jedem Standort möglich. Daher legen Sie auf Ihrem Spaziergang eine feste „Schnüffelzeit“ für Ihren Vierbeiner fest.

 

Frei nach dem Motto „Einfach schnüffeln, schnüffeln, schnüffeln…“ kann sich Ihr Hund in dieser Zeit so richtig „ausschnüffeln“. 

 

5.   Neue Wege erkunden

 

Im Laufe der Zeit schleichen sich oft viele Routinen beim Hundespaziergang ein. Dazu gehört auch die immer gleiche Wegstrecke. Schnell wird die ständig gleiche Umgebung langweilig.

 

Das lässt sich einfach ändern. Ihr Weg kreuzt mit einem anderen, oder Sie entdecken eine kleine Abzweigung, die Ihnen bisher kaum aufgefallen ist? Super, dann gehen Sie heute einfach mal dort entlang. Oder spazieren Sie doch einmal in die entgegengesetzte Richtung von zu Hause los. Möchten Sie weiter Ihre gewohnte Strecke nehmen, können Sie diese auch von hinten beginnen. Solche kleinen Veränderungen bringen nicht nur mehr Abwechslung in die täglichen Gassirunden, sondern lassen Sie mit Ihrem Hund als Team wieder neue Entdeckungen machen.

 

6.   Erinnerungen schaffen

 

Nutzen Sie Ihr Smartphone dazu, Momente festzuhalten. Die Sonne scheint gerade zwischen den Bäumen hindurch und Ihr Hund steht mitten im Sonnenstrahl? Halten Sie dieses Bild fest. Es gibt auf dem Spaziergang sicherlich immer wieder Möglichkeiten, ein schönes Foto zu schießen. Vielleicht möchten Sie auch ein Selfie machen und Ihren Freunden/Familie zeigen, wie schön es gerade bei Ihnen ist.

 

Eine kleine Sammlung solcher Bilder bringt Sie beim späteren Anschauen auch an trüben Tagen zum Schmunzeln und zeigt Ihnen deutlich, wie schön die gemeinsame Zeit mit Ihrem Hund ist.

 

Nicht alle Tipps können auf jeder Gassirunde umgesetzt werden. Doch schaffen Sie es, regelmäßig ein oder zwei Ratschläge in Ihre täglichen Spaziergänge mit Ihrem Hund einzubauen, machen Sie nicht nur Ihren Hund glücklich, sondern können selbst die schönen Augenblicke mit ihm viel bewusster wahrnehmen und genießen. Und das ist der Grundstein, für eine gute Hund-Halter-Bindung.  

Hier noch ein kurzes Beispielvideo auf Twitter wie ein Baum zum spannenden Suchspiel werden kann...

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